Aus dem Leben der SSJ

Im Zeichen des Abschieds…

Um Pfingsten herum gedachten wir in Dankbarkeit des 20. Jahrestages der kirchlichen Bestätigung unserer Ordensgemeinschaft. Nach Konsultierung mit den zuständigen römischen Ämtern hatte sie nämlich Erzbischof Graubner am 19. 5. 2002 – damals gerade zu Pfingsten – als Institut des geweihten Lebens – Ordensgemeinschaft diözesanen Rechtes – errichtet. Das verband die Gemeinschaft mit einem Band der Dankbarkeit mit Erzbischof Graubner, der sie die folgenden zwanzig Jahre nicht nur offiziell als Bischof des Hauptsitzes begleitete, sondern auch mit väterlichem Zugang und in Freundschaft.
Daher spüren wir seine Berufung zum Prager Erzbischof als Gipfel einer gewissen Etappe der Geschichte der SSJ, die von seiner Person begleitet war. In großer Anzahl kamen wir, um uns am 30. 6. von ihm zusammen mit vielen Leuten aus der Diözese bei einer hl. Messe im Dom zu verabschieden, nach der ihm im Namen der ganzen Gemeinschaft Sr. Alena Jindrová und Marie Čeganová unsere Dankbarkeit zum Ausdruck brachten. Im Gegenzug bekamen sie eine Ermutigung und Zusage der Hoffnung für die Zukunft.

Jedes Jubiläum ist auch ein Aufruf zu den Wurzeln zurückzukehren. In einer Pfingstnovene schöpften wir aus dem Schatz des Geistes, den uns unser Gründer in schriftlicher Form hinterlassen hat. Eine weitere Gelegenheit hatten wir Anfang der Ferien, als unsere ältesten österreichischen Schwestern das Zentrum in Olomouc besuchten. Im Geiste der Meinung von Papst Franziskus im Juli, die zum Dialog zwischen den Generationen auffordert und zum Hören auf die Weisheit der Älteren, tauschten sie sich gerne mit ihren jüngeren Mitschwestern über ihre Erfahrungen, ihre Weisheit und Liebe zur Berufung aus. Die älteren Schwestern wiederum erbauten sich durch die Teilnahme an der Gelübdeerneuerung von drei Schwestern in der Bewährungszeit am 1. 7. in der Annakapelle in Olomouc. Die hl. Messe zu diesem Anlass feierte P. Ladislav Švirák.

Bekehrung als Weg…
Ignatianisches Jahr 20.5.2021-31.7.2022

Die ganze ignatianische Familie – und mit ihr auch unsere Gemeinschaft – begeht das Ignatianische Jahr, das an die 500 Jahre seit der Bekehrung des hl. Ignatius erinnert. Am 20. 5. 1521 wurde er bei der Verteidigung der Stadt Pamplona von einer Kanonenkugel schwer verwundet und erlebte im nachfolgenden Jahr eine tiefe innere Konversion. Sein beinahe einjähriger Aufenthalt in Manresa ließ anhand seiner persönlichen Kämpfe und Erfahrungen eines der wesentlichsten Elemente seiner Spiritualität entstehen, nämlich die geistlichen Übungen (Exerzitien). Die Wandlung des Herzens von einem ehrgeizigen Ritter in einen demütigen Menschen, der Gott hingegeben ist und eine glühende Sehnsucht hat, überall die Ehre Gottes zu verbreiten, ist eine große Aufforderung – daher richtet sich das ganze Jubeljahr vor allem auf die Umkehr.
Papst Franziskus, selber Jesuit, schreibt in seiner Botschaft am Beginn des Ignatianischen Jahres unter anderem: „In Pamplona wurden vor 500 Jahren alle weltlichen Träume des Ignatius in einem Augenblick zerschmettert. Die Kanonenkugel, die ihn verwundete, veränderte den Lauf seines Lebens und den Lauf der Welt. … Diese Kanonenkugel bedeutete auch, dass Ignatius in seinen Lebensträumen scheiterte. Aber Gott hatte einen größeren Traum für ihn. Gottes Traum für Ignatius war nicht auf Ignatius konzentriert. Es ging darum, Seelen zu helfen. Es war ein Traum von Erlösung, ein Traum vom Hinausgehen in die Welt, begleitet von Jesus, demütig und arm.“
Gott verwendet auch in unserem Leben „Kanonenkugeln“, um uns zu helfen, den Blick zu wandeln – auf uns selber und unsere Pläne, auf die anderen, auf die Welt, auch auf Gott selber. Er führt uns auf den Weg der Umkehr. Der Heilige Vater gibt in seiner Botschaft die Richtung an: „Die Umkehr ist eine tägliche Angelegenheit. Selten ist es ein für allemal. Ignatius’ Bekehrung begann in Pamplona, aber sie endete nicht dort. Er bekehrte sich sein Leben lang, Tag für Tag. Und das bedeutet, dass er sein ganzes Leben lang Christus in den Mittelpunkt stellte. Und er tat es durch die Unterscheidung. Die Unterscheidung besteht nicht darin, immer von Anfang an erfolgreich zu sein, sondern darin, zu navigieren und einen Kompass zu haben, um sich auf den Weg machen zu können, der viele Windungen hat, aber sich immer vom Heiligen Geist leiten zu lassen, der uns zur Begegnung mit dem Herrn führt.“

Wann beginnen unsere Herzen zu brennen?

Er war mit ihnen, denn er war schon von den Toten auferstanden. Sie jedoch erkannten ihn nicht. Sie erkannten ihn nicht, sie hatten ihn verloren, weil ihre Hoffnung zunichte gemacht wurde. Sie erkannten ihn nicht, weil sie nicht fähig waren, den Frauen zu glauben, die das behaupteten. Sie erkannten ihn nicht, weil sie den Sinn der Schrift nicht verstanden. Was hinderte also ihre Augen ihn zu erkennen? Es ging mir nicht in den Kopf, wie das möglich ist. Er hat sich ihnen doch genähert, sich ihnen angeschlossen, hat mit ihnen gesprochen. Ein Gedanke begann sich mir aufzudrängen: Sind wir besser dran? Er ist unter uns. Wie oft gehen wir, als ob es ihn nicht gäbe, als ob wir ihn nicht sehen würden, als ob wir ihn nicht wahrnehmen würden. Wir sind erfüllt von Trauer, Hoffnungslosigkeit und weinen über gescheiterte Pläne, oder dass wir nicht das erreicht haben, was wir erwartet haben. Wir sind in der Situation, in der wir uns erst dazu durchkämpfen müssen ihn zu erkennen. Der österliche Mensch muss in uns neu geboren werden. Deshalb ist es gut, sich Jahr für Jahr an dieses Ereignis zu erinnern.
Wann haben sie ihn erkannt? Er sättigte sie mit dem Wort und dem Brot des Lebens. Mir scheint, er hat ihnen neues Leben eingehaucht. Er hat gleichsam ein Feuer entfacht, das in ihnen nur unter der Asche schwelte, das von menschlicher Wahrnehmung und Erwägungen, von der Täuschung der eigenen Sinne übertönt wurde. Erst als sie initiativ wurden, d.h. als sie aus sich selber hinausgingen und die Bitte aussprachen, er möge bei ihnen bleiben, kommt es zur Wende.
Zur dieser Erkenntnis kam es, indem sie den Sinn der Schrift entdeckten und zu ihm durchdrangen und die Initiative ergriffen, anschließend etwas zu unternehmen. Aus sich selbst hinausgehen, die Bedrückung, die Traurigkeit, die Sorgen niederzureißen, sich dem anderen zu öffnen und ihn zum Tisch zu laden. Mit ihm das Brot zu brechen und mit ihm zu essen. Sie erinnern sich an alles, was er ihnen gesagt hatte: „Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete?“ (Lk 24,32) Ich sage es anders: Hat er nicht das Feuer in uns, das zu verlöschen drohte, von neuem gerade dadurch entfacht, dass er uns die Schrift erklärte? Dieses Feuer, das plötzlich zu einer mächtigen Flamme aufloderte, trieb sie fort aus dem Haus, um den anderen mitzuteilen, dass sie ihn gesehen hatten und was er ihnen gesagt hatte.
Ich ende mit einer Frage, von der wir ausgehen könnten, die auch uns helfen könnte, das langsam verlöschende, aber immer noch glimmende Feuer zu entfachen, das wir mit der Asche unserer täglichen Sorgen und ungelösten Probleme, die uns überfluten, zugedeckt haben: Wann und wie und wodurch beginnt unser Herz zu brennen? Was ist der Blasebalg, der es anfacht? Was ist die Umgebung, in der das Feuer gedeiht? Was bringt das alles zusammen? Dieses Feuer ist nichts anderes als die Liebe zu Christus und die Liebe zum Nächsten.

P. Robert Kunert SJ
Ostern 1999

Erste Gelübde

Die Novizinnen Klára Piskořová und Pavlína Chudá machten letztes Jahr Ende August, Anfang September dreißigtägige ignatianische Exerzitien als Tür zur Vorbereitung auf die ersten Gelübde. Somit erfüllte sich langsam die Zeit der Formation im Noviziat, die Ende Februar im gemeinsamen Ablegen der ersten Gelübde gipfeln sollte.
 
Für Klára verschob es sich wegen Covid drei Tage vor dem geplanten Termin der Gelübde, sodass nur Nov. Pavlína am 27. 2. bei der hl. Messe in der Kirche Maria Schnee in Olomouc, die P. Pavel Ambros SJ und P. Jan Regner SJ konzelebrierten, ihre ersten Gelübde ablegte. Das Fest in breiterem Kreis von Schwestern, die aus allen Kommunitäten der Gemeinschaft gekommen waren, fand dann seine Fortsetzung bei einer Agape.
„Die Zeit, in der wir leben, ist unruhig. Gott sieht sie auf eine Art, die zwar dieselbe ist, unverändert, aber er ist nicht teilnahmslos, er ist persönlich, engagiert. ‚Die drei Göttlichen Personen überschauten die ganze Fläche oder das gesamte Erdenrund voll von Menschen, sehend wie alle zur Hölle abstiegen, und beschlossen in ihrer Ewigkeit, dass die zweite Person sich zum Menschen mache um das Menschengeschlecht zu retten.‘ (EB 102) Dass dieser Blick Gottes nicht teilnahmslos und neutral ist, sondern konkret, wird dieser Welt deutlich vor Augen geführt von denen, die Gott zur Teilhabe an der Sendung seines Sohnes ruft und die ihr Vertrauen diesem Wort überlassen haben. Deshalb haben sie die Berufung angenommen! Ergänzen wir: mit Gottesfurcht. Es fand ein Echo in ihren Herzen, die sich in eine Herzensneigung und schließlich auch in die Entscheidung für Angebot verwandelt haben: ‚ihre ganze Liebe als ungeteilten Dienst an seiner göttlichen Majestät‘ zu versprechen.“ (Aus der Ansprache von P. Ambros SJ)
 
Im Vertrauen, dass Gott mit jedem Menschen persönlich geht und ihm das gibt, was maßgeschneidert für ihn ist, waren wir in Erwartung, wann und wo er Nov. Klára zu ihren ersten Gelübden begegnen will. In einer kleineren Gruppe von Schwestern hat sie die Muttergottes vom Muttergottesberg bei Dolní Čermná zu sich „eingeladen“. Dieser Wallfahrtsort, der mit dem Leben und der Berufung unseres Gründers eng verbunden ist, ist für uns kostbar, und wann immer wir ihn besuchen, spricht er von der vertrauten Beziehung von P. Kunert zur Muttergottes zu uns, von seiner Dankbarkeit für das Geschenk der Berufung, vom Mut zu verlassen und trotz Hindernissen dem Ruf Gottes zu folgen.

 
Die hl. Messe mit der Gelübdeablegung feierte am 7. 3. 2022 P. Ladislav Švirák in der Wallfahrtskirche. Danach traf sich eine kleine Gruppe zum Ausklang des Festes in der Kommunität Ústí nad Orlicí, zu der die neue Schwester gehört.

Fotos

 

Kreuzweg – Ich gehe mit dir

1.   Jesus, im Augenblick Deines Urteils schaue ich in Deine Augen. Lese ich aus ihnen mein Urteil?
2.   Die Stunde seines Vollzuges naht auch mir. Strecke ich die Hände der inneren Zustimmung danach aus?
3.   Ich komme aber nicht weit, und schon falle ich. Erkenne ich die Beschämung meines Falles vor den anderen?
4.   Aber es steht hier Deine Mutter, um mir Mut einzuflößen – trotz aller meiner Schwäche – doch weiterzugehen. Bin ich mir dessen bewusst?
5.   Auch mein Freund hat sich gemeldet und mir seine Hilfe angeboten. Beginne ich die dargereichte Hand zu verstehen?
6.   Das von den Augen abgewischte Blut ruft eine Veränderung in meiner Seele hervor. Vermag auch ich in meinem Leid zu vergelten und auch mein Antlitz – mein Lächeln – zu verschenken?
7.   Jesus, ich bin erst auf dem halben Weg und falle wieder, weil ich allein nicht mehr weiter kann. Hebe mich deshalb auf mit der Kraft Deiner Gnade! Bitte ich um sie?
8.   Mit den Augen der Frauen sehe ich die Leiden, die mich ergreifen. Bleibe ich nicht nur bei den Gefühlen, sondern suche ich die Ursachen der Leiden?
9.   Man misst die Kraft nicht nach dem Fallen, sondern nach dem Aufstehen. Verlasse ich mich doch nicht nur auf mich, wenn es mit dem Aufstehen manchmal langsam geht?
10.  Ich bin in einer verzweifelten Lage: Ich stehe allein ohne Mittel und ohne menschliche Hilfe. Vor den Menschen kann ich manches zudecken, aber was decke ich vor Dir zu?
11.  Der Hauptakt beginnt. Bin ich anwesend auch mit meiner Bereitwilligkeit, mitgeopfert zu werden?
12.  Ich höre, wie mein Bruder stirbt. Auf solche Weise also endet die Liebe – durch den Tod –, um auch Anfang meines Lebens zu werden. Höre ich gut?
13.  Was für ein Geschenk bekommst du, Mutter! Schenken ist göttlich. Was kann ich Dir anbieten?
14.  Die größten Dinge geschehen ohne Prunk, still. Ich kann es Dir jetzt nicht mit Worten sagen. Ich weiß, was ich heute tue! Nimmst Du es an, Herr?

Besuch von Bischof Basler im Zentrum der SSJ

Bischof Antonin Basler, neu ernannter Ordensvikar für die Erzdiözese Olomouc, war am 12. 1. ins Zentrum der SSJ eingeladen, wo er die hl. Messe feierte. Beim anschließenden Abendessen stellten ihm die Schwestern des Generalrates die Gemeinschaft, ihre 40jährige Geschichte und ihr derzeitiges Wirken vor. In einer freundschaftlichen und herzlichen Atmosphäre beschenkte der Herr Bischof die Schwestern mit seinen Erfahrungen aus dem geistlichen Leben, seiner Liebe zum Gebet sowie mit den Freuden und Sorgen seines Dienstes. Auch der Besuch Ad limina vor kurzem in Rom, der unter anderem in Fotos festgehalten war, kam zur Sprache.

Jubiläum 40 Jahre SSJ 31. 7. 2021

In der biblischen Sprache bedeutet der „Vierziger“ eine Vorbereitung um zur Fülle zu kommen. Im Alten Testament sprach Mose 40 Tage mit dem Herrn auf dem Berg Sinai, bevor er den Dekalog erhielt; 40 Tage verbrachten die Boten des Mose im gelobten Land, um es zu durchstreifen; und 40 Jahre pilgerte dann das Volk Israel durch die Wüste, um es dann betreten zu können. Auch der Herr fastete 40 Tage in der Wüste, bevor er zu predigen begann und 40 Tage hindurch erschien er seinen Jüngern, bevor er in den Himmel aufstieg…
Diese symbolische Zahl hat jetzt auch die Gemeinschaft der Schwestern Jesu auf ihrem „Pilgerweg“ erreicht. Waren die vergangenen Jahre eine Vorbereitung auf eine weitere gnadenvolle Etappe…? Und was wartet auf sie…? Das wird die Zeit zeigen.
An der gemeinsamen Feier, die am Hochfest des hl. Ignatius, am Samstag 31. 7. stattfand, konnten fast alle Schwestern teilnehmen. Sie verkosteten das große Geschenk ihrer Gruppe, die nach dem Weggang ihres Gründers, P. Robert Kunert SJ und der ersten Schwester, Sr. Marta Kaniová noch die drei österreichischen Schwestern bei sich hat, die vor vierzig Jahren jenes unwiderstehliche Rufen Gottes vernommen und ihm gefolgt sind. Trotz der Schwierigkeiten der Anfänge und der Dunkelheit. Die Aufmerksamkeit und die Dankbarkeit der jüngeren Generation der SSJ gehörten daher an diesem Tag vor allem ihnen. Aber auch die tschechischen Schwestern haben schon etwas zu feiern. Ihr Wirken auf tschechischem Boden hat heuer immerhin dreißig Jahre erreicht.
Ein willkommener Punkt des Treffens war daher für alle eine Fotopräsentation, die das allmähliche Wachsen dieser damals unbekannten Gruppe von jungen Frauen aufzeigte. In den 40 Jahren, in denen sie auch verschiedene Auf und Ab erlebte, reifte sie zu einer Ordensgemeinschaft diözesanen Rechtes in drei Ländern mit zehn Kommunitäten heran. Am Nachmittag kam auch das humorvolle Element der schwesterlichen Kreativität in Gestalt einer kleinen Theateraufführung zum Wort. Die Freude gehört nämlich zu ihrem Leben, sie soll der „Habit“ der Schwestern sein, ihr Erkennungszeichen. Etwas von dem Hintergrund dieser herzlichen, natürlichen, geistlichen Verbundenheit spiegelt sich in den folgenden Fotos wider.
Der Höhepunkt der Feier am 31. 7. war die gemeinsame tschechisch – deutsche Vesper vom Hochfest des hl. Ignatius in der Annakapelle und anschließend die hl. Messe, die Dompfarrer Ladislav Švirák für die Schwestern feierte. Die Sonntagsmesse im Dom zu Olomouc – als Dank für die Gemeinschaft und für das Geschenk der Berufung – feierten die Schwestern gemeinsam mit der Gemeinde der Dompfarre sowie mit Verwandten und Freunden, die trotz des unfreundlichen Wetters gerne gekommen waren, um sich der Dankliturgie anzuschließen. Am Schluss der hl. Messe berichtete die Generalvorgesetzte Sr. Alena Jindrová kurz über Geschichte und Wirken der SSJ und machte auf die Schautafeln aufmerksam, wo man sich näher über die Gemeinschaft informieren kann; sie bleiben den ganzen August zum Anschauen im Dom.

Fotos

Advent 2021
mit der Mutter der Stille

Vielleicht stellen wir uns – wie jedes Jahr – am Anfang der Adventszeit die Frage: Worauf warte ich? Oder – warte ich überhaupt auf etwas?
Auch der heurige Advent konfrontiert angesichts der fortschreitenden Pandemie jeden von uns mit der Endlichkeit des Lebens und einer bestimmten Beschränkung. Trotzdem – oder gerade deshalb – kann das für uns zu einem großen Geschenk werden, wenn wir das Angebot annehmen, uns mehr auf das Wesentliche des Advents zu konzentrieren als auf das äußere Kolorit, das dessen Atmosphäre und auch die Atmosphäre der kommenden Weihnachtsfeiertage unwegdenkbar verdeutlicht.
Was es bedeutet, aus dem Wesentlichen zu leben, hat uns auf einzigartige Weise die Jungfrau Maria gezeigt. Das Zentrum ihrer Aufmerksamkeit, ihres Interesses war nicht sie selber – sondern Jemand anderer, Jesus. Und zwar nicht nur, als Gott durch die Botschaft des Engels in ihr Leben eingetreten ist, wie es uns die Adventszeit vor Augen stellt, sondern ihr ganzes Leben hindurch. Diese Haltung Mariens illustriert sehr schön die Ikone mit dem Titel Mutter der Stille. Sie stellt sie dar mit dem Finger auf dem Mund, ohne Jesus, gleichsam in dessen Erwartung.
Die Stille Mariens bedeutet aber auf keinen Fall, dass sie untätig bleiben würde. Sie eilt doch gleich nach der Verkündigung zu Elisabeth. Nein, das ist keine Starrheit, sondern Dynamik!
Stille, das heißt, Gott Raum zu geben, damit in unserem Leben immer mehr Er handelt.
Wer sonst außer der Jungfrau Maria nach der Verkündigung hätte das Recht, „irdische Sorgen“ zu haben! Sie war nicht naiv, sie wusste gut, in was für eine, mit menschlichen Augen gesehen, unlösbare Situation sie gekommen war. Trotzdem spricht sie in ihrem Lobgesang Magnifikat über nichts von dem! Darin ist keine Rede von Befürchtungen, Unruhe, es erklingen keine Erwägungen oder Spekulationen, nur Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, dass Gott groß ist, im existentiellen Bewusstsein, dass er sich kümmert und seine Liebe nie auf den Menschen vergisst.
Eine ähnliche Erfahrung können auch wir machen, wenn wir unseren Blick auf das eigene Innere lenken, wo in jedem von uns Gott wohnt, und ihm erlauben, dass er uns versichert, dass er sich wirklich kümmert und nie auf uns vergisst. Dann kann auch in unseren Herzen eine tiefe Dankbarkeit einkehren, die es uns ermöglicht, uns im Vertrauen seinen Händen zu überantworten.
In diesem Sinne kann die Adventszeit zu einer einzigartigen Erfahrung eines neuen Wartens auf Gott in unserem Leben werden. Mögen auch wir ihm, wie di  Jungfrau Maria, die Mutter der Stille, unsere Herzen öffnen und ihm erlauben, dass Er unser Leben gestaltet und lenkt…

(Aus den Gedanken von Sr. Marie Čeganová zum Adventbeginn)

„Würdet ihr doch heute
auf seine Stimme hören“

2022 wird es dreißig Jahre, dass ich in die Gemeinschaft der Schwestern Jesu (SSJ) eingetreten bin. Ich muss erwähnen, dass Gott beruft, nicht der Mensch. Der Mensch kann nur ein Instrument Gottes werden. Und wenn Gott ruft, hat er einen anderen Blick als wir. Bin ich dafür geeignet? Bin ich dafür nicht geeignet? Er weiß, warum er wen beruft. Schon im Voraus hat er Gaben in den Menschen gelegt, von denen der Betreffende gar nichts wissen muss. Wenn er denjenigen für eine bestimmte Aufgabe benutzen will, beschenkt und erfüllt er ihn mit der nötigen Gnade. Man muss nicht spekulieren, zweifeln, sondern aufmerksam sein, ob der Herr nicht an mein Herz „klopft“, ob er nicht mit einer feinen, zarten Stimme ruft und auf meine Antwort wartet. Jede Berufung ist vor Gott originell.
Ich komme aus einer zahlreichen Familie. Die Eltern führten mich/uns zu Gott und zum Weitergeben des Glaubens. In einem bestimmten Alter übernimmt der Mensch selber die Verantwortung für seine Beziehung zu Gott. Ich kann nicht erwarten, dass der andere mir alles weitergibt. Das Interesse weitet das Herz für Gott.
Auch ich hatte meine Pläne: heiraten, zehn Kinder haben. Ich sah, dass ich nicht geeignet bin für das gottgeweihte Leben. Oft betete ich für meinen zukünftigen Weg, für meine Pläne. Einmal kam mir aus heiterem Himmel der Gedanke: „Du betest für deine Interessen und fragst nicht nach den Interessen Gottes.“ Von da an fragte ich mich: „Herr, was meinst du für mich? Lass mich deinen Willen erkennen.“
Wir hatten in der Pfarre einen guten Priester. Die Ansprachen von P. Čunek verschlang ich, unbewusst saugte ich die ignatianische Spiritualität ein. Als der Pater über Exerzitien sprach, sah ich, dass es etwas für mich wäre, Gott, Seinen Willen mehr zu erkennen und mein Leben in Ordnung zu bringen. Nach einiger Zeit nahm ich an Exerzitien in Hostýn teil. An einem Tag traf mich dabei das Wort aus dem Evangelium über den reichen Jüngling ins Herz. „Herr, was soll ich tun?“, war mein Suchen. Als der Jüngling aufzählte, was er alles tut, sah ich darin das, worum ich mich bemühte, was ich tue, aber ständig bleibt eine innere Unruhe. Und da kam das Wort: „Verkauf alles, was du hast.“ Ich habe Verkäuferin gelernt. Das kaufmännische Blut ließ sich damals nicht verleugnen. Verkaufen bedeutet, dass ich es nicht mehr habe. Ich spürte, ich muss mich selber „verkaufen“ – mich dem Herrn verschenken. Und ich gehöre nicht mehr mir selbst.

Sr. Kateřina Sekulová

Erkenntnis des lebendigen Gottes – Exerzitien 2021

Die jährlichen achttägigen ignatianischen Exerzitien gehören zum geistlichen Reichtum der Gemeinschaft. In den ersten Jahren waren es gerade die Exerzitien, die sie am meisten geformt haben, und bis jetzt sind sie jedes Jahr ein gewisser Meilenstein auf ihrem Weg und ebenso eines der wichtigsten Ereignisse im Leben jeder einzelnen Schwester. Vier Gruppen von Schwestern haben sich heuer bereits in das Abenteuer des Exerzitienprozesses eingelassen, auf eine Gruppe wartet es noch im August. Heuer führen diese Übungen die Schwestern auf den Weg der Erkenntnis des lebendigen Gottes. Sie schöpfen aus den Texten von Kardinal Martini SJ über das Leben des Propheten Elija und von Piet van Breemen SJ über die Sendung.
„Es gibt wenige, auch Getaufte, die zur Erkenntnis des lebendigen Gottes herangereift sind, wie ihn die Heilige Schrift uns zeigt und wie ihn uns Jesus zeigt: ein Gott, der nicht nach meinen Vorstellungen ist, der nicht davon abhängig ist, was ich von ihm erwarte, und daher meine Erwartungen auf den Kopf stellen kann, eben weil er lebendig ist…“ (Kard. Martini)
Die Begegnung mit dem lebendigen Gott, der ein unauslotbares Geheimnis bleibt, und trotzdem ein vertrauter Freund eines jeden von uns ist, bewirkt zwei Haltungen: Demut und Dankbarkeit. „Demut bedeutet, mehr auf Gott oder auf Jeus zu schauen als auf sich selbst. Die Blickrichtung auf Gottes Herrlichkeit ist das Entscheidende. Ein wahrhaft demütiger Mensch ist von Gottes Schönheit und Heiligkeit fasziniert und dadurch von vielen Kompliziertheiten und Komplexen befreit. … Dankbarkeit schafft eine positive Einstellung dem Leben gegenüber und erschließt eine frohe Art und Weise, Gott in allem zu finden. … Wer nicht den Mut zur Hingabe hat, kann niemals dankbar sein. Umgekehrt befähigt die Dankbarkeit dazu, sich anzuvertrauen. Letztlich heißt Dankbarkeit: wiederlieben mit derselben Liebe, mit der wir geliebt werden. Dankbarkeit für das Empfangene bricht uns auf für das, was wir zu tun haben, ohne Anmaßung und ohne Kleinmut.“ (P. Piet van Breemen SJ)

Der österliche Mensch

Vor einem Jahr zu dieser Zeit war es schwer vorstellbar, dass sich das Coronavirus als solch ausdauernder unwillkommener Gast erweist. Es hat Einfluss auf unser aller Leben. Für viele, die durch seine Schuld jemand Nahen verloren haben, ist das Osterfest eine Gelegenheit, den Sieg Christi über den Tod zu berühren, der allen ewiges Leben sowie Hoffnung auf ein ewiges Wiedersehen schenkt.
Zum Vermächtnis von P. Robert Kunert SJ, dem Gründer der Gemeinschaft der Schwestern Jesu, dessen zweiter Todestag (8. 4. 2019) heuer in die Osteroktav fällt, gehören zweifellos ein lebendiger Glaube und die Hoffnung. Beides hat sich sein ganzes Leben hindurch in vielen schwierigen Phasen bewährt. Er lebte aus dem Glauben an Christus und im Geist seiner eigenen Worte war er in der Tat ein „österlicher Mensch“.

„Christ sein bedeutet, ein österlicher Mensch zu sein. Warum? Weil das Christentum, das von Christus ausgeht, gerade am ersten Osterfest in voller Kraft bestätigt und bekräftigt wurde. Mit dem Wort Ostern ist die Auferstehung des Herrn verknüpft und das ist die amtliche Bestätigung all dessen, was Christus lebte, was er lehrte, wie er arbeitete, warum er starb; mit anderen Worten: Durch Ostern haben wir unser Heil garantiert.
Ich möchte euch zeigen, was es bedeutet, ein österlicher Mensch zu sein: Der Mensch, selbstverständlich der Christ, hat eine Hoffnung und die begräbt er nie! Eine Hoffnung zu haben, bedeutet auch ein Ziel zu haben und darauf zuzugehen. Auf ein Ziel zuzugehen, bedeutet verschiedene Hindernisse zu überwinden, zu bewältigen. Diese zu bewältigen, bedeutet das Ziel zu erreichen. Der österliche Mensch ist also ein Mensch, der das Ziel mit Sicherheit erreicht. Ein solcher Mensch hat etwas, was ihn trägt, was ihn zieht, was ihn anstößt. Der österliche Mensch öffnet sich den anderen, er beginnt etwas von sich zu geben. Was kann er von sich geben? Nichts anderes als das, was er hat. Der Inhalt eines österlichen Menschen ist Christus. Es ist nicht nur Christus, der Gekreuzigte, sondern auch der Auferstandene.
Der österliche Mensch ist ein Mensch, der ganz aus Christus lebt, der – und das ist nicht übertrieben – ein zweiter Christus ist! In der Osternacht erklingt in der Liturgie immer der Gedanke an die Taufe. Die Anfänge der Kirche sind mit der Taufe verbunden. Das bedeutet, der Mensch legt den alten Menschen ab und zieht den neuen an, der Christus heißt, und wird so zu einem zweiten Christus. Die Fülle dieses Anziehens von Christus, dem Herrn zeigt und entfaltet sich im Ordensstand. Der Ordensstand mit den Gelübden ist kein eigenes Sakrament. Er muss es auch nicht sein, weil dieser Stand die volle Entfaltung des Taufsakramentes ist. Der österliche Mensch sollte an erster Stelle ein Mensch sein, der sich Gott ganz angelobt, das heißt ein Ordensmensch.“ (Aus einer Predigt von P. Kunert SJ aus dem Jahr 1992)

Gott war ein Lebendiger, eine Person

Im Evangelium bei Johannes stechen seine lebendigen Erinnerungen an die erste Begegnung mit Christus ins Auge, die sein bisheriges Leben auf den Kopf stellte (vgl. Joh 1,39). Sr. Jana Radová hatte Dank der Bitte um einen Beitrag für die Pfarrchronik von Kelč, des Ortes, aus dem sie stammt, eine ähnliche Gelegenheit zur Reflexion.

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„Meine Entscheidung zum gottgeweihten Leben ist durch viele Berührungen der Gnade Gottes herangereift. Im Rückblick sehe ich, wie Gott mich seit der Kindheit angezogen hat. Mein Weg der Berufung begann in der Familie. Zuhause sprachen wir ganz normal über Gott und Glaubensdinge. Gott war ein Lebendiger, eine Person. Zur hl. Messe gingen wir oft auch während der Woche und den Eltern verdanken wir es auch, dass wir gelernt haben, regelmäßig und mit Freude die Sakramente zu empfangen.
Unseren Großonkel, P. František Pitrun SDB besuchten wir bis zu seinem plötzlichen Tod im Jahr 1990 fast jeden Sonntag in seinem Pfarrhof. Manchmal kam auch er zu uns auf Besuch nach Kelč. Als ich noch klein war, machte ich mit ihm nach dem Mittagessen einen Spaziergang: ein fünfjähriges Mädchen mit Puppe im Wagerl und ein älterer Herr Pfarrer mit dem Brevier unterm Arm. Am Ziel unseres Spaziergangs, einem kleinen Teich in der Nähe, setzte sich der Onkel dort auf eine Bank und betete, während ich nervös mit dem Puppenwagen auf und ab ging, weil mir sein Gebet sehr lang vorkam… Ich glaube, auch er hat seinen Anteil an meiner Berufung.
Ein Kapuzinerpater, P. Cyril Tomaško OFMCap, bemühte sich, unsere Erkenntnisse in den Religionsstunden zu vertiefen. Ich erinnere mich, wie mich in der dritten Klasse bei der Vorbereitung auf die Erstkommunion seine zudringliche Frage beeindruckte: ‚Wozu sind wir auf der Welt?‘ Ich dachte wirklich angestrengt nach, aber ich kam auf überhaupt nichts! Der ehrwürdige Pater jedoch antwortete auf eine Antwort aus dem Katechismus. Er musste sie selber geben: ‚Wir sind auf der Welt, damit wir Gott erkennen, ihn lieben, ihm dienen und so gerettet werden.‘ Heute weiß ich schon, dass es sich auszahlt, diesen Satz in sich reifen zu lassen…
Es war für mich ein Geschenk, von P. Cyril zusammen mit meiner Schwester in den Chor eingeladen zu werden. Wir trafen uns – wegen der Totalität möglichst unauffällig – im damals unbewohnten alten Pfarrhof. Ich erinnere mich, dass während unserer Treffen oft irgendwelche Geräusche am Gang zu hören waren, jemand beobachtete uns. Die Leiterin des Chores öffnete immer unerschrocken die Tür und sagte: ‚Komm weiter, du Geist, wenn du gut bist.‘ Keine Antwort. Ich glaube, wir wissen nicht einmal, was sie wegen uns ausgestanden hat. Der Chor war für mich eine Schule der persönlichen Beziehung zu Gott, des Gebetes und der Gemeinschaft.
Irgendwann in der zweiten Klasse der Volksschule begann ich auf dem Weg von der Schule kurz in der Kirche Halt zu machen (war es eine Frucht des Sakramentes der Firmung?). Sie war bis zum Gitter geöffnet, und dieses Gitter hat gleichsam meine Sehnsucht nach Gott ‚zum Quadrat‘ vervielfältigt. Nach der Volksschule ging ich in eine kirchliche Mittelschule, an die ich sehr gerne zurückdenke. Dort wirkten Ordensschwestern, über die ich in Zusammenhang mit der Suche meines Platzes in Welt und Kirche eine Zeitlang ernsthaft nachdachte. Zu dieser Zeit brauchte ich aber für mein Reifen vor allem Zeit und Geduld.
Im letzten Jahr der Mittelschule wurden zwei Schwestern der Gemeinschaft der Schwestern Jesu (SSJ) zu uns ins Internat eingeladen. Zuerst war ich eher enttäuscht: die Schwestern trugen z.B. keinen Habit. Nach der Matura fuhr ich zu Exerzitien nach Český Těšín, die der Gründer der SSJ, der Jesuit P. Robert Kunert, leitete. Sie waren ausgerichtet auf die Suche der Berufung. Es war mir dann zwar nicht viel klarer, aber ich bemühte mich, ernsthaft im Gebet zu suchen und hielt Kontakt mit den Schwestern. Am meisten half mir der erste Besuch am Christkönigsfest 1995 bei den Schwestern in Moravská Húzová bei Olomouc. Schwer zu beschreiben, was ich dort erlebte… In dem äußerlich schlichten und einfachen Lebensstil der Schwestern entdeckte ich eine ungeahnte Tiefe. Und eine persönliche Einladung! Kurz, seit dieser Zeit weiß ich, dass Gott unwiderstehlich ist.“

Neue Generalvorgesetzte der SSJ

Am 22. 1. begrüßten die Schwestern beim 4. Generalkapitel in ihrer Mitte Erzbischof Jan Graubner, der in der Kapelle des Zentrums die hl. Messe feierte und anschließend bei der Wahl der neuen Generalvorgesetzten der SSJ den Vorsitz führte. Dabei wurde Sr. Alena Jindrová für sechs Jahre gewählt. Diesen Dienst übernahm sie von Sr. Marie Čeganová, die die Gemeinschaft beinahe 20 Jahre geführt und zusammen mit P. Kunert SJ Gestalt und Form der SSJ nach deren Errichtung als Institut des geweihten Lebens (2002) gestaltet hat.
 
„Am wichtigsten für die Erfüllung jeglicher Sendung ist es, sich dem Heiligen Geist zu öffnen, sich ihm absolut zur Verfügung zu stellen. Das habe ich mir in den vergangenen Jahren der Zusammenarbeit mit Sr. Marie Čeganová ‚abgeschaut‘. Und so will ich zusammen mit euch aufmerksam sein für die Stimme Gottes und erfüllen, was wir als seinen Willen erkennen“, sagt Sr. Alena Jindrová am Beginn ihres Dienstes. Anschließend wählte das Generalkapitel auch den Generalrat der SSJ, der der neuen Generalvorgesetzten bei ihrem Dienst helfen wird.

Fotos

Das Generalkapitel der SSJ

Am 15. 1. 2021 begann im Zentrum der SSJ in Olomouc das Generalkapitel der Gemeinschaft der Schwestern Jesu. Die Schwestern haben das ganze Treffen im Rahmen des Kapitels dem Schutz der Muttergottes anvertraut. Auf ihre Fürsprache hin erbaten sie sich bei der Eröffnungsmesse, die am 16. 1. P. Švirák im Dom zelebrierte, den Segen Gottes, die Gaben des Heiligen Geistes sowie die Einheit der Herzen.
In der folgenden Woche werden die Schwestern sich im Gebet, im gegenseitigen Zuhören, im Reflektieren des Lebens der Gemeinschaft aus verschiedenen Blickwinkeln ihres Charismas vertiefen, um zu erspüren, was auf den einzelnen Ebenen notwendig ist zu bewahren und was zu erneuern. Am Freitag, 22. 1. werden sie eine neue Generalvorgesetzte für die nächsten sechs Jahre wählen. Der Erzbischof von Olomouc, Jan Graubner, wird bei der Wahl den Vorsitz haben.

Das Jahr 2020
„Zu den Wurzeln…“

Der Herbst ist in unserer Gemeinschaft normalerweise die Zeit für die Formation. Trotz verschiedener Komplikationen und Beschränkungen durch das Coronavirus war es auch heuer nicht anders.
Zwei von den ersten Schwestern der Gemeinschaft, Sr. Maria Fehr und Sr. Marlies Schertler, teilten mit Freude und Eifer ihren jüngeren Mitschwestern von ihren Erinnerungen, Erfahrungen und Sichtweisen zu verschiedenen Bereichen des Lebens der Gemeinschaft mit – die Priorität des geistlichen Lebens, die Einfachheit des Lebens, das gemeinsame Leben, das Apostolat… Ein feierlicher Abschluss des zweiten Kurses war am 13. 11. die Gelübdeerneuerung der dritten unserer jüngsten Schwestern. Die hl. Messe zelebrierte P. Ambros SJ in der Kapelle des Zentrums.
Anfang nächsten Jahres soll das vierte Generalkapitel der SSJ stattfinden. Sei-ne Aufgabe ist nicht nur eine neue Generalvorgesetzte zu wählen, son-dern auch das geistliche Erbe der Gemeinschaft zu schützen. Daher be-schäftigten sich die Schwestern schon im Sommer mit dem Leben in der Gemeinschaft und damit, wo es gilt wachsam zu sein. Dieses Thema – „Zu den Wurzeln…“ – zog sich auch durch die verschiedenen Treffen und die Formation. Aus ihnen geht nämlich alles Wachstum hervor, und einzig das Leben aus den von Gott geschenkten Wurzeln garantiert Zukunft.

Auf dem Weg nach Emmaus

Heuer war das Mädchentreffen von 22.-26.7. im Zentrum der Schwestern Jesu. Das Lukasevangelium über die Emmaus­jünger zog sich durch diese Tage und war die Grundlage für den Austausch mit den anderen über Erfahrungen des Glaubens und der Beziehung mit Gott. Als Thema für die Katechese diente das 4. Kapitel der apostolischen Exhortation Christus vi­vit – Die große Botschaft für alle jungen Menschen.

Und was ist diese große Botschaft? Das sind drei Wahrheiten, die jeder (nicht nur junge) Mensch in seinem Herzen tragen und daraus leben soll: Gott liebt dich, Christus rettet dich, ER lebt!

In den Gesprächen kam heraus, was das Herz des Menschen am meisten bewegt: die Sehnsucht nach der unendlichen Liebe. Und diese Liebe bietet Gott dem Menschen an. „Er erweist sich sogar als ein Verliebter, der sich seine Geliebte auf die Hand tätowiert, so dass ihr Gesicht ihm immer nahe ist: ‚Sieh her: Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände‘ (Jes 49,16). … Für ihn bist du wirklich wertvoll, du bist nicht unbedeutend, du bist ihm wichtig, denn du bist das Werk seiner Hände. Deshalb schenkt er dir Aufmerksamkeit und gedenkt deiner voll Liebe.“ (Christus vivit 114, 115)

 

Bei der Begegnung entstand eine homogene Gruppe voller freundschaftlicher Atmosphäre, und zwar nicht nur in Olomouc. Infolge des Coronavirus fand nämlich das Treffen in kleinerer Teilnehmerzahl statt, dafür an zwei Orten. Von 24.-25.7. war parallel ein Treffen in Český Těšín bei den Schwestern dort. Auch dort widmeten sie sich derselben Katechese und schlossen sich mit der Gruppe in Olomouc übers Telefon zusammen – eine wertvolle Bereicherung und gute Erfahrung.

 

Christus zeigte sich als der echt Lebendige und Wirkende durch die Herzen, die offen sind für ihn, denn „Er erfüllt alles mit seiner unsichtbaren Gegenwart, und wo immer du hingehst, wird er auf dich warten. Denn er ist nicht nur gekommen, sondern er kommt und wird auch weiterhin jeden Tag kommen und dich einladen, aufzubrechen zu einem immer neuen Horizont“ (Christus vivit 125).

 

Gelübdeerneuerung

Seit Jahresbeginn bereiteten sich die drei jüngsten Schwestern auf die Erneuerung ihrer Gelübde – der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams – vor.

„‚Alles, was für unser Leben und unsere Frömmigkeit gut ist, hat seine göttliche Macht uns geschenkt: sie hat uns den erkennen lassen, der uns durch seine Herrlichkeit und Kraft berufen hat‘ (2 Petr 1,2). So bekennt Petrus in seinem Brief und spricht Ihnen damit vielleicht aus der Seele,“ betonte P. Gerwin Komma SJ bei seiner Predigt bei der Gelübdeerneuerung von Sr. Anna am 1. Juli in Wien.

„Reich beschenkt durch die bisherigen Jahre der engen Bindung an Christus und an die von Ihnen gewählte Gemeinschaft der SSJ, und gefestigt in der Erkenntnis, sich erneut Christus zu weihen, der Sie durch seine Herrlichkeit und Kraft berufen hat. Deswegen sind wir hier in der Stanislauskapelle versammelt und bitten, dass auch der hl. Stanislaus Ihnen beistehe auf Ihrem weiteren Weg.“ An Ort und Stelle, wo dieser junge Jesuitenheilige, Patron der Novizen und Studenten, in der Zeit seiner Studien wohnte, erläuterte P. Komma dessen Entschlossenheit, mit der er seiner Berufung folgte, trotz des Widerstandes der Eltern und zahlreicher anderer Hindernisse.

Am Fest des Apostels Thomas, dem 3. Juli, erneuerte in der Annakirche in Olomouc Sr. Jiřina ihre Gelübde. Die hl. Messe feierte Dompfarrer P. Ladislav Švirák.

„Der Eröffnungsvers zum heutigen Fest des hl. Thomas sagt: ‚Ich bekenne, dass du mein Herr und mein Gott bist; ich will dich rühmen, mein Gott!‘ Das ist ein Wort, ein Motto, eine Parole, die sich jeder von uns mit auf den Weg nehmen kann. … ‚Thomas, jetzt berühre, es ist nicht mehr die Zeit für Zweifel, ich bin es wirklich. Jetzt kann die Gnade in dich fließen, die du von mir erhalten hast, in meiner Barmherzigkeit versinken all dein Versagen, alle deine Zweifel, deine Gewissensbisse, dein Bewusstsein der Schwäche, des Mangels. Ich bin jetzt ganz für dich da.‘ Und Thomas bekennt in diesem Staunen – Jesus hat ihn erschüttert und begeistert – seine Liebe. Einen ähnlichen – inneren – Weg haben wir wohl alle, zwar in verschiedenen Variationen, aber alle. Und wie gut ist es, wenn wir vor Jesus unsere Mangelhaftigkeit spüren, damit wir ihn sehen, wenn wir die Augen öffnen, und ihm sagen können: du bist mein Alles.“ (Aus der Predigt von P. Švirák)

Noch einmal sollen sich die Schwestern heuer zu einem derartigen Anlass treffen. Im November, wenn die dritte des Kleeblattes der jüngsten Schwestern ihre Gelübde erneuert.

 

Vor 30 Jahren in Velehrad

Im Zusammenhang mit dem Jubiläum des ersten Papstbesuches von Johannes Paul II. in der Tschechoslowakei erinnert sich Sr. Anna aus der Prager Kommunität an die Anfänge ihrer Ordensberufung.

„Es ist 30 Jahre, dass Papst Johannes Paul II. nach der Totalität die damalige Tschechoslowakei besuchte. Ich war also am 21. 4. 1990 in Velehrad. Die dortigen Jesuiten bereiteten den ganzen Besuch und auch das Programm vor der hl. Messe vor. Ich stand inmitten der begeisterten Menge, selber ebenso begeistert. Ich war 18 und hatte das Leben vor mir. Ich arbeitete ein paar Monate nach Abschluss der Lehre. Da ich Bekannte hatte, die sich für das geweihte leben oder das Priestertum entschieden hatten, war ich nicht so weit von solchen Gedanken. Und auf einmal höre ich in diesem Programm in Velehrad: ‚… Und ihr Jugendlichen, die ihr vielleicht nur so einen unauffälligen Hauch der Berufung spürt, habt keine Angst und probiert es aus…‘ Das Wort Hauch erschütterte mich, denn ich war mir bewusst, dass ich etwas Intensiveres spüre. Ich weiß nicht, wem von den Jesuiten ich diese Predigt verdanke. Nachträglich aufrichtigen Dank!

Weiters erinnere ich mich, wie aktuell es ständig ist, dass der auferstandene Jesus sich denen anschließt, die über ihr Leben nachdenken und sprechen (siehe Evangelium von den Emmausjüngern). Auf solche Weise schlich sich eine Frau aus der Pfarre in meiner Jugend an mich heran mit der Frage, ob ich nicht Schwester werden wolle. Ich lasse beiseite, ob mir das damals angenehm oder unangenehm war. Sicher ist, dass es in mir eine Saite für höhere Dinge angeschlagen hat.

Heute schätze ich ihr aufrichtiges Interesse am Menschen und erlaube mir zu sagen, dass es überhaupt nicht umsonst ist, wenigstens für einen Moment das Urteil der anderen über uns selbst gelten zu lassen. Vielleicht rinnen vielen Jugendlichen gerade deshalb die Gelegenheiten zu höheren Idealen zwischen den Fingern davon, weil sie ihr Leben so sehr selber gestalten wollen. Kardinal Špidlík zitiert in einer seiner Ansprachen: ‚Die Jugend ist ein schönes Geschenk. Schade, dass es gerade so unvernünftige Menschen bekommen, wie es die Jugendlichen sind.‘

Jesus ruft ständig. Das ist sicher. Wir verbinden uns mit seiner Sehnsucht, weil wir nicht wollen, dass es an Priestern, Ordensfrauen und Ordensmännern fehlt.“

Aus dem Exerzitien 2020

Infolge der Beschränkungen wegen der Coronavirus Pandemie machte ein Großteil der Schwestern die heurigen Exerzitien im Umfeld ihrer Kommunität. Obwohl die Form unerwartet war, nahm sie doch dem Exerzitienprozess nichts von seiner Kraft und trug diesen Geist noch dazu direkt dorthin, wo die Schwestern ihre Berufung und Sendung leben… War doch gerade die Sendung Thema der Exerzitien.

„Es gibt einen subtilen, aber wichtigen Unterschied zwischen den beiden Ausdrücken: ‚Wirken für Gott‘ und ‚Gottes Werk tun‘. Der erste Ausdruck erinnert an einen freischaffenden Künstler, der langfristige Verpflichtungen ablehnt, unabhängig entscheidet, welche Arbeit er in Angriff nehmen will, und dann das Ergebnis dem Höchstbietenden offeriert. In diesem Fall wird das Endprodukt Gott angeboten, aber man weiß noch nicht, ob er es annimmt oder nicht. Beim zweiten Ausdruck liegt die Entscheidung des Tuns bei Gott, von dem man sich in Anspruch nehmen lässt. Unser Tun ist dann von Anfang an Gottes Werk.

Die Geistlichen Übungen des hl. Ignatius sind darauf ausgerichtet, zwischen dem zu unterscheiden, was Gott von uns getan haben will, und dem, was wir selbst für Gott tun möchten. Es genügt nicht, dass wir dem Allmächtigen nach unserer eigenen Fasson dienen. Nein, Gott soll sich unser frei bedienen dürfen. Wir können sicher sein, dass Gottes Wille nie eine Bedrohung für unser Wohlergehen ist. Gott liebt uns mehr, als wir uns selbst lieben!“

(P. Piet van Breemen SJ)

Erster Todestag von Sr. Marta Kaniová

Am 8. Juni war es ein Jahr seit dem Weggang von Sr. Marta Kaniová in die Ewigkeit. Der Herr des Lebens rief die erste Schwester der Gemeinschaft letztes Jahr am Vorabend von Pfingsten zu sich und bestätigte damit gleichsam das eng mit dem Wirken des Heiligen Geistes verbundene Leben von Sr. Marta.

„Der Heimgang von Sr. Marta war nicht nur irgendwie in der Nähe von Pfingsten, sondern unmittelbar nach der Feier der Pfingstvigil. Wir können sagen, dass es ein weiterer „Pfingst-Meilenstein“ für unsere Gemeinschaft ist, deren es schon so einige gibt. Es war nicht nur im Jahr 1981, wo sich gerade zu Pfingsten die neue Gemeinschaft zu Wort meldete… Für Sr. Marta war es vor allem auch Pfingsten 1990, wo auch sie sich buchstäblich vom Heiligen Geist überwältigen ließ… und sich entschloss von der BRD in die Tschechoslowakei zurückzugehen, dort der Gemeinschaft auf die Beine zu helfen…“, erinnert sich Sr. Marlies, eine der ersten Schwestern SSJ.

Der tiefe Glaube und das Interesse um die anderen sind Züge von Sr. Marta, die sich in die Herzen der tschechischen Schwestern eingeschrieben haben, die sie als Novizenmeisterin die Grundlagen des Ordenslebens gelehrt hat und sie auch in den weiteren Jahren mit Wort und Beispiel begleitete.

„So wie ich das Leben von Sr. Marta kennenlernen konnte, gab es viele solcher Unklarheiten für einen so sensiblen und tiefen Menschen wie sie es war. Aber die Sicherheit der Geborgenheit in den Armen Gottes ermöglichte es ihr, mit ihrem einzigartigen Lächeln auf bisher unbekannten Wegen zu gehen, in Dankbarkeit gegenüber denen, die sie auch mit Kleinigkeiten unterstützten, und ebenso andere dafür zu ermutigen, die zögerten und zweifelten.“ (Sr. Marie N.)

 

Quarantäne in Tschechien, Österreich und Italien

Die Corona-Pandemie hat heuer in der Fastenzeit unerwartet in unser aller Leben eingegriffen, viele Menschen verunsichert und gezeigt, dass das, was oftmals als selbstverständlich er­scheint, bei weitem nicht selbstverständlich ist… Die ganze Si­tuation hat auch das Leben der Gemeinschaft spürbar getroffen. Auf einmal sind wir Schwestern durch Grenzen getrennt, die man für eine gewisse Zeit nicht überschreiten kann…

Zu dieser Situation schrieb Sr. Marie Čeganová am 12. 3. eine Aufforderung zum Gebet. „Wenn unsere Vorfahren etwas er­lebten, was ihre Kräfte überstieg, flüchteten sie immer zum Gebet. Die unzähligen Säulen, Kreuze, Marterl in unseren Städten und Gegenden zeugen von der Festigkeit ihres Glau­bens. Sie ließen sich nicht durch Angst oder Panik von den vielen Auswirkungen verschiedener Schläge lähmen, sondern nahmen den Rosenkranz in die Hand, knieten vor dem Taber­nakel und riefen zum Himmel. … Wir können nicht die Augen schließen, aber gleichzeitig sollen wir nicht Befürchtungen und Zweifeln verfallen. Unser Weg ist das Gebet.“ Die Schwestern schlossen sich dem Aufruf der tschechischen Bischöfe an, ge­meinsam um 20 Uhr den Rosenkranz zu beten für das Ende der Pandemie, für alle Kranken und das betreuende Personal, für die Verantwortungsträger bei schwierigen Entscheidungen.

Die neue Situation betrifft die einzelnen Kommunitäten unter­schiedlich, je nach konkreter Arbeit der Schwestern und der Möglichkeit an der hl. Messe teilzunehmen. Nach Beendigung der öffentlichen Gottesdienste feiern die Schwestern über TV oder Internet die hl. Messe mit. Die Schwestern, die in Häusern wohnen, wo Priester wirken, können an hl. Messen im kleinen Rahmen teilnehmen. In mehreren Kommunitäten beteiligen sich Schwestern am Nähen von Mundschutz für Mitschwestern, Priester und viele andere. Für die Schwestern ist die Corona-Quarantäne eine Zeit, in der mehr als sonst die Haltung des hl. Ignatius zum Tragen kommt: Gott in allen Dingen suchen. Trotz verschiedener Belastungen und Unsicherheit haben diese Tage das Geheimnis von etwas Heiligem in sich, was der Herr darin wirkt…

Erster Todestag von P. Robert Kunert SJ

In der Karwoche, am 8. 4. 2020, war es ein Jahr, dass P. Robert Kunert SJ, der Gründer der Gemeinschaft der Schwestern Jesu, zu seinem Herrn und Meister gerufen wurde. Dieses Jahr wurde für die Gemeinschaft zu einem Meilenstein. Mit der Vollen­dung des Lebens ihres Gründers begann eine neue Etappe, in der die Schwestern eine größere Verantwortung für das anver­traute Charisma und die Sendung spüren. Die kostbaren Au­genblicke der Gegenwart Gottes, die sie bei der Begleitung von P. Kunert an die Schwelle der Ewigkeit erfahren haben, haben sie in ihren Erinnerungen festgehalten und tauschen sich dar­über aus.

Mit seinem Weggang „an das andere Ufer“ wurde P. Kunert auf neue Weise „gegenwärtig“ in ihrem Leben. Oft besuchen sie sein Grab in Olomouc und erbitten sich Hilfe und Licht für die Situationen im persönlichen Leben, für die Kommunität und die ganze Gemeinschaft, und erleben dabei kleinere oder größere Berührungen vom Himmel…

Den Jahrestag des Todes von P. Kunert wollten die Schwestern aus den einzelnen Kommunitäten mit einer hl. Messe in der Kapelle im Zentrum der SSJ feiern. Im Hinblick auf die Maß­nahmen zur Corona-Situation war ein solches Treffen aber nicht möglich. Umso mehr bemühten sie sich, diesen Tag dort, wo sie leben, in der Erinnerung, in Dankbarkeit, im Gebet mit der Bitte um den Segen, um ein Leben aus dem Geist zu gestalten.