Aus dem Leben der SSJ

Am 8. Juni war es ein Jahr seit dem Weggang von Sr. Marta Kaniová in die Ewigkeit. Der Herr des Lebens rief die erste Schwester der Gemeinschaft letztes Jahr am Vorabend von Pfingsten zu sich und bestätigte damit gleichsam das eng mit dem Wirken des Heiligen Geistes verbundene Leben von Sr. Marta.

„Der Heimgang von Sr. Marta war nicht nur irgendwie in der Nähe von Pfingsten, sondern unmittelbar nach der Feier der Pfingstvigil. Wir können sagen, dass es ein weiterer „Pfingst-Meilenstein“ für unsere Gemeinschaft ist, deren es schon so einige gibt. Es war nicht nur im Jahr 1981, wo sich gerade zu Pfingsten die neue Gemeinschaft zu Wort meldete… Für Sr. Marta war es vor allem auch Pfingsten 1990, wo auch sie sich buchstäblich vom Heiligen Geist überwältigen ließ… und sich entschloss von der BRD in die Tschechoslowakei zurückzugehen, dort der Gemeinschaft auf die Beine zu helfen…“, erinnert sich Sr. Marlies, eine der ersten Schwestern SSJ.

Der tiefe Glaube und das Interesse um die anderen sind Züge von Sr. Marta, die sich in die Herzen der tschechischen Schwestern eingeschrieben haben, die sie als Novizenmeisterin die Grundlagen des Ordenslebens gelehrt hat und sie auch in den weiteren Jahren mit Wort und Beispiel begleitete.

„So wie ich das Leben von Sr. Marta kennenlernen konnte, gab es viele solcher Unklarheiten für einen so sensiblen und tiefen Menschen wie sie es war. Aber die Sicherheit der Geborgenheit in den Armen Gottes ermöglichte es ihr, mit ihrem einzigartigen Lächeln auf bisher unbekannten Wegen zu gehen, in Dankbarkeit gegenüber denen, die sie auch mit Kleinigkeiten unterstützten, und ebenso andere dafür zu ermutigen, die zögerten und zweifelten.“ (Sr. Marie N.)

 

Quarantäne in Tschechien, Österreich und Italien

Die Corona-Pandemie hat heuer in der Fastenzeit unerwartet in unser aller Leben eingegriffen, viele Menschen verunsichert und gezeigt, dass das, was oftmals als selbstverständlich er­scheint, bei weitem nicht selbstverständlich ist… Die ganze Si­tuation hat auch das Leben der Gemeinschaft spürbar getroffen. Auf einmal sind wir Schwestern durch Grenzen getrennt, die man für eine gewisse Zeit nicht überschreiten kann…

Zu dieser Situation schrieb Sr. Marie Čeganová am 12. 3. eine Aufforderung zum Gebet. „Wenn unsere Vorfahren etwas er­lebten, was ihre Kräfte überstieg, flüchteten sie immer zum Gebet. Die unzähligen Säulen, Kreuze, Marterl in unseren Städten und Gegenden zeugen von der Festigkeit ihres Glau­bens. Sie ließen sich nicht durch Angst oder Panik von den vielen Auswirkungen verschiedener Schläge lähmen, sondern nahmen den Rosenkranz in die Hand, knieten vor dem Taber­nakel und riefen zum Himmel. … Wir können nicht die Augen schließen, aber gleichzeitig sollen wir nicht Befürchtungen und Zweifeln verfallen. Unser Weg ist das Gebet.“ Die Schwestern schlossen sich dem Aufruf der tschechischen Bischöfe an, ge­meinsam um 20 Uhr den Rosenkranz zu beten für das Ende der Pandemie, für alle Kranken und das betreuende Personal, für die Verantwortungsträger bei schwierigen Entscheidungen.

Die neue Situation betrifft die einzelnen Kommunitäten unter­schiedlich, je nach konkreter Arbeit der Schwestern und der Möglichkeit an der hl. Messe teilzunehmen. Nach Beendigung der öffentlichen Gottesdienste feiern die Schwestern über TV oder Internet die hl. Messe mit. Die Schwestern, die in Häusern wohnen, wo Priester wirken, können an hl. Messen im kleinen Rahmen teilnehmen. In mehreren Kommunitäten beteiligen sich Schwestern am Nähen von Mundschutz für Mitschwestern, Priester und viele andere. Für die Schwestern ist die Corona-Quarantäne eine Zeit, in der mehr als sonst die Haltung des hl. Ignatius zum Tragen kommt: Gott in allen Dingen suchen. Trotz verschiedener Belastungen und Unsicherheit haben diese Tage das Geheimnis von etwas Heiligem in sich, was der Herr darin wirkt…

Erster Todestag von P. Robert Kunert SJ

In der Karwoche, am 8. 4. 2020, war es ein Jahr, dass P. Robert Kunert SJ, der Gründer der Gemeinschaft der Schwestern Jesu, zu seinem Herrn und Meister gerufen wurde. Dieses Jahr wurde für die Gemeinschaft zu einem Meilenstein. Mit der Vollen­dung des Lebens ihres Gründers begann eine neue Etappe, in der die Schwestern eine größere Verantwortung für das anver­traute Charisma und die Sendung spüren. Die kostbaren Au­genblicke der Gegenwart Gottes, die sie bei der Begleitung von P. Kunert an die Schwelle der Ewigkeit erfahren haben, haben sie in ihren Erinnerungen festgehalten und tauschen sich dar­über aus.

Mit seinem Weggang „an das andere Ufer“ wurde P. Kunert auf neue Weise „gegenwärtig“ in ihrem Leben. Oft besuchen sie sein Grab in Olomouc und erbitten sich Hilfe und Licht für die Situationen im persönlichen Leben, für die Kommunität und die ganze Gemeinschaft, und erleben dabei kleinere oder größere Berührungen vom Himmel…

Den Jahrestag des Todes von P. Kunert wollten die Schwestern aus den einzelnen Kommunitäten mit einer hl. Messe in der Kapelle im Zentrum der SSJ feiern. Im Hinblick auf die Maß­nahmen zur Corona-Situation war ein solches Treffen aber nicht möglich. Umso mehr bemühten sie sich, diesen Tag dort, wo sie leben, in der Erinnerung, in Dankbarkeit, im Gebet mit der Bitte um den Segen, um ein Leben aus dem Geist zu gestalten.