Bekehrung als Weg…

Ignatianisches Jahr 20.5.2021-31.7.2022

Die ganze ignatianische Familie – und mit ihr auch unsere Gemeinschaft – begeht das Ignatianische Jahr, das an die 500 Jahre seit der Bekehrung des hl. Ignatius erinnert. Am 20. 5. 1521 wurde er bei der Verteidigung der Stadt Pamplona von einer Kanonenkugel schwer verwundet und erlebte im nachfolgenden Jahr eine tiefe innere Konversion. Sein beinahe einjähriger Aufenthalt in Manresa ließ anhand seiner persönlichen Kämpfe und Erfahrungen eines der wesentlichsten Elemente seiner Spiritualität entstehen, nämlich die geistlichen Übungen (Exerzitien). Die Wandlung des Herzens von einem ehrgeizigen Ritter in einen demütigen Menschen, der Gott hingegeben ist und eine glühende Sehnsucht hat, überall die Ehre Gottes zu verbreiten, ist eine große Aufforderung – daher richtet sich das ganze Jubeljahr vor allem auf die Umkehr.
Papst Franziskus, selber Jesuit, schreibt in seiner Botschaft am Beginn des Ignatianischen Jahres unter anderem: „In Pamplona wurden vor 500 Jahren alle weltlichen Träume des Ignatius in einem Augenblick zerschmettert. Die Kanonenkugel, die ihn verwundete, veränderte den Lauf seines Lebens und den Lauf der Welt. … Diese Kanonenkugel bedeutete auch, dass Ignatius in seinen Lebensträumen scheiterte. Aber Gott hatte einen größeren Traum für ihn. Gottes Traum für Ignatius war nicht auf Ignatius konzentriert. Es ging darum, Seelen zu helfen. Es war ein Traum von Erlösung, ein Traum vom Hinausgehen in die Welt, begleitet von Jesus, demütig und arm.“
Gott verwendet auch in unserem Leben „Kanonenkugeln“, um uns zu helfen, den Blick zu wandeln – auf uns selber und unsere Pläne, auf die anderen, auf die Welt, auch auf Gott selber. Er führt uns auf den Weg der Umkehr. Der Heilige Vater gibt in seiner Botschaft die Richtung an: „Die Umkehr ist eine tägliche Angelegenheit. Selten ist es ein für allemal. Ignatius’ Bekehrung begann in Pamplona, aber sie endete nicht dort. Er bekehrte sich sein Leben lang, Tag für Tag. Und das bedeutet, dass er sein ganzes Leben lang Christus in den Mittelpunkt stellte. Und er tat es durch die Unterscheidung. Die Unterscheidung besteht nicht darin, immer von Anfang an erfolgreich zu sein, sondern darin, zu navigieren und einen Kompass zu haben, um sich auf den Weg machen zu können, der viele Windungen hat, aber sich immer vom Heiligen Geist leiten zu lassen, der uns zur Begegnung mit dem Herrn führt.“

 

„Die Wenigsten erkennen, was Gott ihnen tun würde, wenn sie sich ihm ganz überließen.“
(Hl. Ignatius von Loyola)