Erkenntnis
des lebendigen Gottes – Exerzitien 2021

Die jährlichen achttägigen ignatianischen Exerzitien gehören zum geistlichen Reichtum der Gemeinschaft. In den ersten Jahren waren es gerade die Exerzitien, die sie am meisten geformt haben, und bis jetzt sind sie jedes Jahr ein gewisser Meilenstein auf ihrem Weg und ebenso eines der wichtigsten Ereignisse im Leben jeder einzelnen Schwester. Vier Gruppen von Schwestern haben sich heuer bereits in das Abenteuer des Exerzitienprozesses eingelassen, auf eine Gruppe wartet es noch im August. Heuer führen diese Übungen die Schwestern auf den Weg der Erkenntnis des lebendigen Gottes. Sie schöpfen aus den Texten von Kardinal Martini SJ über das Leben des Propheten Elija und von Piet van Breemen SJ über die Sendung.
„Es gibt wenige, auch Getaufte, die zur Erkenntnis des lebendigen Gottes herangereift sind, wie ihn die Heilige Schrift uns zeigt und wie ihn uns Jesus zeigt: ein Gott, der nicht nach meinen Vorstellungen ist, der nicht davon abhängig ist, was ich von ihm erwarte, und daher meine Erwartungen auf den Kopf stellen kann, eben weil er lebendig ist…“ (Kard. Martini)
Die Begegnung mit dem lebendigen Gott, der ein unauslotbares Geheimnis bleibt, und trotzdem ein vertrauter Freund eines jeden von uns ist, bewirkt zwei Haltungen: Demut und Dankbarkeit. „Demut bedeutet, mehr auf Gott oder auf Jeus zu schauen als auf sich selbst. Die Blickrichtung auf Gottes Herrlichkeit ist das Entscheidende. Ein wahrhaft demütiger Mensch ist von Gottes Schönheit und Heiligkeit fasziniert und dadurch von vielen Kompliziertheiten und Komplexen befreit. … Dankbarkeit schafft eine positive Einstellung dem Leben gegenüber und erschließt eine frohe Art und Weise, Gott in allem zu finden. … Wer nicht den Mut zur Hingabe hat, kann niemals dankbar sein. Umgekehrt befähigt die Dankbarkeit dazu, sich anzuvertrauen. Letztlich heißt Dankbarkeit: wiederlieben mit derselben Liebe, mit der wir geliebt werden. Dankbarkeit für das Empfangene bricht uns auf für das, was wir zu tun haben, ohne Anmaßung und ohne Kleinmut.“ (P. Piet van Breemen SJ)

„Die Wenigsten erkennen, was Gott ihnen tun würde, wenn sie sich ihm ganz überließen.“
(Hl. Ignatius von Loyola)