Tag des geweihten Lebens – Interview
mit Sr. Daniela

Foto: Pavel Langer, ČaV

Am 2. Februar jährte sich der Tag des geweihten Lebens zum dreißigsten Mal. Zu diesem Anlass laden die Diözesanbischöfe jedes Jahr Ordensleute und geweihte Personen ihrer Diözesen zu einem Treffen ein, bei dem sie sich besser kennenlernen und vor allem auf ihrem Weg zu Gott Ermutigung und Inspiration erfahren können. Zwischen 30. 1. und 7. 2. trafen sich die Schwestern mit  Bischöfen und anderen Ordensleuten in Olomouc, Hradec Králové, Ostrava und Prag, in Wien, in Klagenfurt und in Rom.

Gleichzeitig ermutigt dieser Tag jeden Einzelnen, zurückzublicken und für das Geschenk des geweihten Lebens dankbar zu sein, insbesondere wenn ein persönliches Jubiläum hinzukommt. Wir haben Sr. Daniela, die heuer am 2. Februar das silberne Jubiläum ihrer ewigen Gelübde feiert, zu diesem Anlass einige Fragen gestellt.

1) Du hast dich sehr jung, eigentlich schon zu Beginn der Mittelschule, für den Eintritt in das Ordensleben in unserer Gemeinschaft entschieden. Könntest Du uns ein wenig erzählen, wie es dazu kam?
– Durch einen seltsamen Zufall befand ich mich bei den Exerzitien, die unser Gründer, P. Robert Kunert SJ gab. Ich war 16 und hatte keine Ahnung, was Exerzitien sind, aber sie stellten mein Leben völlig auf den Kopf. Tief berührt haben mich die Worte: „Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deinem ganzen Verstand und mit all deiner Kraft.“ Mir wurde klar, dass ich genau das wollte. Mit der Hilfe von P. Robert entdeckte ich, dass der Herr mich rief. All meine Träume und Wünsche zusammen waren nichts im Vergleich zum Erkennen des Schatzes der Berufung. Es war unmöglich, darauf nicht zu antworten. Seither sind schon 34 Jahre vergangen, und sie ist immer noch lebendig wie eh und je, es ist die erste Liebe, die für immer im Herzen bleiben wird.

2) Du hattest Gelegenheit, P. Robert Kunert SJ in seinen letzten Lebensjahren zu begleiten. Welche seiner Haltungen, Eigenschaften oder Worte begleiten oder inspirieren Dich in Deinem Alltag?
– Pater Robert liebte seine Berufung sehr und lehrte dies jede Schwester – auch mich: „Danke jeden Tag für eure Berufung und bitte täglich um die Gnade der Treue und Ausdauer!“

3) Wofür bist Du in Deinem geweihten Leben am dankbarsten, was macht Dich glücklich?
– Je älter ich werde, desto dankbarer bin ich für die Formation, die wir dank Pater Robert erhalten haben und auch nach seinem Tod weiterhin erhalten. Es ist oft nicht einfach, aber dieser klare Fokus auf eine persönliche Beziehung zu Christus – unser Ziel – ist eine große Hilfe und meine Freude.

4) In Deinem Dienst als Krankenschwester im Pflegeheim bist Du denen nahe, die sich dem Lebensende nähern. Wie siehst Du Deine Rolle als Ordensschwester im Dienst an diesen Menschen?
– Als ich Krankenschwester wurde, war es meine Sehnsucht, den Kranken zu dienen und sie zu „retten“. Auch Dank P. Robert kam ich den Sterbenden näher und erkannte, dass die Zeit unmittelbar vor dem Tod die wichtigste Zeit im Leben eines Menschen ist. Es geht nicht mehr um die Rettung des Leibes, sondern der Seele, denn sie wird bald ihrem Schöpfer von Angesicht zu Angesicht begegnen. Ich glaube an die unendliche Barmherzigkeit Gottes, ich glaube an die unermessliche Liebe Gottes zu jedem Menschen, und ich sehne mich danach, dies auch an alle Sterbenden weiterzugeben, denen ich nahe sein kann.

 

 

„Die Wenigsten erkennen, was Gott ihnen tun würde, wenn sie sich ihm ganz überließen.“
(Hl. Ignatius von Loyola)