Weltgebetstag für Berufungen

Am vierten Ostersonntag, der nach dem Evangelium des Tages Sonntag des Guten Hirten genannt wird, vereint sich die ganze Kirche im Gebet für neue Berufungen. Jedes Jahr sendet der Papst zu diesem Anlass eine Botschaft an das Volk Gottes, in der er über das Thema der Berufungen nachdenkt.

In seiner Botschaft mit dem Titel „Die Entdeckung der Gabe Gottes in unserem Inneren“ lädt Papst Leo XIV. die kirchliche Gemeinschaft ein, Raum für Innerlichkeit zu schaffen. Nur in einer persönlichen Begegnung mit Christus, der sich buchstäblich nicht nur als guten Hirten, sondern als „schönen Hirten“ bezeichnet, kann man ihm vertrauen, und der Wunsch, sich hinzugeben, kann im Herzen eines jungen Menschen keimen, zusammen mit der Erkenntnis eines konkreten Weges:

„Wir müssen Räume innerer Stille schaffen, um erahnen zu können, was der Herr zu unserem Glück vorgesehen hat. Es handelt sich dabei nicht um ein abstraktes intellektuelles Wissen oder gelehrte Erkenntnis, sondern um eine persönliche Begegnung, die das Leben verwandelt. Gott wohnt in unserem Herzen: Die Berufung ist ein vertrauter Dialog mit ihm, der uns – trotz des manchmal ohrenbetäubenden Lärms der Welt – ruft und uns einlädt, mit wahrer Freude und Großherzigkeit zu antworten (…)

Liebe junge Menschen, hört auf diese Stimme! Hört auf die Stimme des Herrn, der euch einlädt, ein erfülltes Leben zu führen, indem ihr eure Gaben fruchtbringend einsetzt und eure Grenzen und Schwächen an das glorreiche Kreuz Christi nagelt. Haltet also inne in eucharistischer Anbetung, meditiert ausdauernd das Wort Gottes, um es jeden Tag zu leben, nehmt aktiv und in vollem Umfang am sakramentalen und kirchlichen Leben teil. Auf diese Weise werdet ihr den Herrn kennenlernen und in der der Freundschaft eigenen Vertrautheit entdecken…“


 

Neue Berufungen liegen unserer Gemeinschaft sehr am Herzen. Anlässlich des Guten Hirtensonntags laden wir die Gläubigen in den Gemeinden, in denen wir arbeiten, ein, gemeinsam für dieses Anliegen zu beten. Dieses Jahr war keine Ausnahme. Schwestern aus einzelnen Kommunitäten haben eine Anbetung für Berufungen in den Pfarreien initiiert – einen Raum, um darum zu bitten, und zugleich einen Raum, um innere Stille und Innerlichkeit zu kultivieren, in dem eine Berufung sich zum Leben melden kann.

 

„Die Wenigsten erkennen, was Gott ihnen tun würde, wenn sie sich ihm ganz überließen.“
(Hl. Ignatius von Loyola)